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Wie funktioniert die technische Analyse?

Eine fundamentale Information wird zwangsläufig erst durch die psychologische Auslegung des Anlegers zum Chart bzw. zur Kursbewegung. Ein Zusammenhang zwischen der fundamentalen Information und der Bewegung des Marktes entsteht erst durch die Psychologie der Marktteilnehmer.

 

Die Psychologie des Menschen ist bis zu einem gewissen Grade berechenbar, nicht erst durch Freud lernten wir Basismuster der Verhaltensforschung kennen. Das ICH und ÜBER ICH ist bei den meisten Tradern ausgeschaltet.

Der Markt jedoch wird vom ES dominiert - zwischen den extrem starken Urtrieben Angst und Gier. Diese müssen wir verstärkt betrachten.

Im Gegensatz zur Masse der Marktteilnehmer können Sie durch die Integration des ÜBER ICHS einen Abstand zum Geschehen bekommen, Disziplin und Objektivität. Nur so haben Sie die Möglichkeit, besser zu Traden als der andere. Denn darum geht es. Die Börse ist ein Nullsummenspiel (nach Slippage sogar ein Verlustspiel), in dem der Klügere bzw. der mit der besseren Strategie und nicht der mit dem größeren Konto gewinnt. Anders gesagt müssen Sie jemanden verlieren lassen, um zu gewinnen.

 

Da sich Menschen im Gemütszustand Angst und Gier stets ähnlich Verhalten, bildet ein Chart die Summe der Ängste und der Gier ab. Im Grunde genommen stellt der Chart so den bildlichen Verlauf von Angst und Gier in Abhängigkeit von globalen, großen Wirtschaftstrends dar. Diesen Verhaltensmustern liegt eine gewisse Logik zugrunde. Sie ist quasi meßbar, und die Maßstäbe zur Messung dieser Zustände folgen inzwischen Regeln, die einer großen Masse bekannt sind: die technische Analyse.

Da fast alle Markteilnehmer sie einbeziehen, wird die technische Analyse zur self fulfilling prophecy.

Ein weiteres Indiz für die Berechenbarkeit des Marktverlaufes ist, daß sich Bewegungsmuster auf unterschiedlichen Zeitintervallen (z.B. 5 Minuten Chart und 60 Minuten Chart) betreffend der Chartformationen und Indikatorenaussagen trotz Ihrer zeitlich und räumlich deutlich getrennten und unterschiedlichen Aussagekraft nahezu gleich verhalten. Dies impliziert, daß sich der Markt trotz der fragmental gesehen völlig unterschiedlichen Dimensionen größtenteils durch die sich stets ähnlich verhaltende und damit in Ansätzen berechenbare Psyche analysieren und lenken läßt.

 

Durch die zunehmende Anonymisierung der Märkte über das Internet wird der Einfluß der technischen Analyse immer stärker. Die dominierenden Brokertitanen und Banken, die durch einzelne "Floorbased Rumors" Geld machten, verlieren von Tag zu Tag an Einfluß zugunsten der kleineren, in den "Kämmerchen" sitzenden Tradern.

 

 

Niemand kann gleichwohl die Richtung fehlerfrei voraussagen, in die sich der Markt bewegt. Deshalb ist der Einstieg mit maximal 30 %, das Moneymanagement und der Spekulationsplan hingegen mit 70% zu gewichten. Die (vermeintliche) Logik des Marktes kann und wird immer durch Unerwartetes durchbrochen werden. Da wir in dieser Ausführung primär das kurzfristige Trading betrachten, werden wir die fundamentalen Daten aus der Wirtschaft nicht betrachten. Zum einen manifestieren Sie sich ebenfalls stets im Chart und zum anderen sind Sie kaum für das Intra-Daytrading (allenfalls als Basistrendindikator) zu nutzen, da Sie eher langfristige Situationen erfassen.


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