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Um unser Ziel zu erreichen, sollte jeder, bevor er überhaupt mit dem Trading beginnt, folgende Fragen für sich beantworten:

 

  • Ihre verfügbare Zeit? 
  • Ihr verfügbares Risikokapital? 
  • Welches Orderrouting nutze ich? 
  • Welche Märkte werde ich handeln?
  • Wie viele Kontrakte werde ich handeln? 
  • Werde ich Scalpen, Daytraden oder Overnight traden (Positionstrading)? 
  • Wann verhalte ich mich wie, in welcher Phase?

 

Diese Liste enthält nur einige Fragen, die Sie klären sollten, bevor Sie mit dem Handel beginnen. Die Beantwortung der Fragen und das Aufzeichnen der Antworten wird entscheidend für Ihren Erfolg oder Mißerfolg sein. Die Bedeutung der einzelnen Elemente und deren Benutzung und Wichtigkeit wird im Folgenden, soweit noch nicht geklärt, aufgezeigt. Dieses Portfolio Ihrer persönlichen Einstellungen muß in Parameter gegliedert und optimiert werden. Zu Beginn gilt es, sich auf diese Grundparameter zu konzentrieren. Je mehr Gedanken Sie sich vor dem Handel machen, desto weniger kommen Sie von Ihrem Ziel ab und desto flüssiger und "ungestörter" wird Ihr Handel. Wichtig ist hier vor allem, sich dieses Fundament des Spekulationsplanes aufzuschreiben. Ebenso wichtig ist die laufende Dokumentation. Je mehr Aufzeichnungen sie sich über Ihre Handelsergebnisse, Beweggründe und Entscheidungen machen, desto besser ist Ihre Analysegrundlage für die Zukunft. Wir werden am folgenden Beispiel aufzeigen, warum die Dokumentationen existentiell wichtig sind. Gute und Schlechte Strategien?

"Trader A arbeitet für die Deutsche Bank als Futures-Trader. Sein Kollege Trader B und er handeln täglich den S&P 500 Future. Beide haben die gleiche Strategie, jedoch haben beide ein unterschiedliches Durchhaltevermögen. Trader A wird sehr schnell nervös, wo hingegen Trader B alle Verlustphasen diszipliniert analysiert. Am Ende des Jahres schließt Trader A mit Verlust und Trader B mit Gewinn ab, obwohl Sie die gleiche Strategie handelten."

Es gibt also keine gute oder schlechte Strategie, sondern eine Strategie ist immer nur für einen bestimmten Trader gut oder schlecht.

Zu den Ursachen:

Kann man diese ohne Aufzeichnungen überhaupt nachvollziehen? Nein.

Einen Trade einzugehen, ohne sich vor Betreten des Marktes Aufzeichnungen darüber gemacht zu haben, warum man den Markt betreten wollte bzw. während und nach dem Trade nicht aufzuschreiben womit man markttechnisch oder mental Probleme oder Erfolg gehabt hat, gleicht einem Glücksspiel. Wir müssen die Ursachen und Konsequenzen unseres Handels aufzeichnen, denn nur so können wir nach dem Handel feststellen warum Trader A erfolglos und Trader B erfolgreich war. Durch Aufzeichnung sehen wir, daß Trader A nicht schlecht war, sondern mental die Verlustphasen nicht verkraftete, so daß er stets mit dem größten Verlust seine Positionen liquidierte. Für Ihn müßte die Strategie also modifiziert werden. Hätte er sich vor dem Handel über seine "Standfestigkeit" Gedanken gemacht, wären diese völlig sinnlosen Verluste vielleicht nie entstanden.

Es ist also überlebenswichtig, daß oben genannte Setup vor Betreten des Marktes aufzuschreiben. Trader A hätte eine der durchaus existenten, risikoärmeren Strategien handeln können. Er hatte zwar eine Strategie, beleuchtete jedoch nicht alle notwendigen Parameter. Trader B hatte weniger Angst und stärkere Nerven und machte deshalb mit ein und derselben Strategie Gewinne, da er die Verlustphasen aushielt. Sie merken also: Er machte Verluste, weil es keinen konkreten Spekulationsplan gab bzw. von einem Spekulationsplan abwich. Und dies ist die Wurzel und die Ursache nahezu aller Verluste. Trader B macht mit derselben Strategie Gewinn, doch der Zug ist noch nicht abgefahren für Trader A, denn er hat ja die Aufzeichnungen, die ihm zeigen, was er nächstes Mal besser machen sollte. Diese Aufzeichnungen sind genauso viel Wert, wie der Verlust, wenn nicht noch mehr, denn diese Verluste wird Trader A bestimmt nie wieder machen. Mit dieser Anekdote verdeutlichen wir zudem noch die Frage nach dem Charakter: Paßt die anvisierte Strategie zur Psyche?

Ein Surfer mit schmächtiger Statur wird in der Meisterschaft von der großen Welle getötet. Ein schwerer Surfer benötigt sie gar, damit er nicht in die Welle sackt, da er sehr schwer ist. Der Grazilere hingegen gewinnt die Meisterschaft auch auf der kleinen Welle. Ich kann und werde Ihnen daher kein Patentrezept für Erfolg an der Börse liefern (können).

Jeder muß individuell lernen und an sich bzw. die Strategie stetig anpassen. Sie lernen Ihre Psyche nur kennen, wenn Sie, anhand Ihrer Aufzeichnungen, das heißt wenn Sie nicht gerade im Markt sind, sich objektiv unverblümt betrachten. Selbstbetrug und das versäumen von Aufzeichnungen kostet sehr viel Geld ! Der Schlüssel, um zu sehen wie erfolgreich man ist, sind die Aufzeichnungen. Haben Sie keine und sind Sie nicht in der Lage, Resultate zu analysieren, so wird der Gewinn aus Zufall ein Gewinn geworden sein. Auswertung der Aufzeichnungen In dem obigen Beispiel sehen Sie, daß es notwendig ist, die Ursachen für Erfolg oder Mißerfolg zu dokumentieren. Mit der Aufzeichnung werden Sie ein und den selben Fehler nicht wieder machen. Der Wert der Aufzeichnung entspricht dem Wert des Verlustes bzw. der Protektion und der Prävention des Verlustes.

Der Wert der Aufzeichnungen ist somit unvorstellbar. Die Aufzeichnungen sind daher das größte Wirtschaftsgut aller Trader. Es gibt keinen erfolgreichen Trader der dieses Grundprinzip nicht befolgt. Es werden gewaltige Summen in EDV-Systeme zur Automatisierung solcher Aufzeichnungen investiert. Diejenigen, die ohne diese Aufzeichnungen arbeiten und erfolgreich sind, hatten Glück - Glück jedoch ist vergänglich. Deshalb streben wir die Konstanz an. Ein Handelssystem - und alle erfolgreichen Broker, Fonds und Banken arbeiten zu 95% nach Handelssystemen - ist nichts anderes als das Resultat der gesammelten, digitalen Aufzeichnungen über Beweggründe zum Ein- und Ausstieg bzw. über die Ursachen von Gewinn und Verlust. Diese Annahme impliziert, daß ich, wenn ich mich später stets nach den selben Verhaltensmustern und Regeln verhalte, ähnliche Ergebnisse in der Zukunft erwarten kann. Hier liegt der Schlüssel in dem ewigen Disput der Fundamentalisten und Techniker: Warum sich die Muster aus der Vergangenheit übertragen lassen, "Warum funktioniert die technische Analyse?"


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