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1. Market Order (unlimitierter Auftrag) Die "Market Order" ist ein unlimitierter Auftrag, bei welcher der Auftraggeber eine Ausführung zum nächstmöglichen erzielbaren Kurs wünscht. Sie entspricht den im Aktienhandel üblichen "bestens" oder "billigst" Aufträgen. Beispiel: "Konto 123 kauft 3 September DAX-Futures market."


2. Limit Order (limitierter Auftrag) Bei einer Limit Order ist für den Auftraggeber wichtig, daß der limitierte Preis bei einer Kauforder nicht überschritten, bzw. bei einer Verkaufsorder nicht unterschritten wird. Der Auftraggeber riskiert, eventuell überhaupt keine Ausführung zu erhalten, wenn der Auftrag zum Limitkurs nicht ausgeführt werden kann. Sicherheit über die tatsächliche Ausführung einer Order hat man erst, wenn der Markt über dem Verkaufslimit oder unter dem Kauflimit handelt. Beispiel: "Konto 123 kaut 3 September DAX-Futures zu 5025."

3. Stop Order Die "Stop Order" kann zur Eröffnung einer neuen Position oder zum Schließen einer bestehenden Position eingesetzt werden. Sie wird aktiviert wenn der Stopkurs erreicht wird. Man unterscheidet zwischen Kauf- und Verkauf-Stops: Ein Kauf-Stop wird über dem derzeitigen Kursniveau plaziert und bewirkt bei Erreichen der Stop-Marke die Auflösung eines unlimitierten Kaufs. Ein Verkauf-Stop hingegen wird unter dem aktuellen Kursniveau plaziert und führt bei Erreichen der Stop-Marke zu einem unlimitierten Verkauf. Es muß darauf hingewiesen werden, daß in illiquiden Marktphasen oder bei starken Kursausschlägen auch deutlich schlechtere Ausführungskurse erreicht werden können. Dies gilt auch für Stop Orders, die beispielsweise vor Handelsbeginn im Markt plaziert sind und die Öffnungskurse zu deutlich schlechteren Preisen als der Stop-Markt zustande kommen. Beispiel: "Konto 123 kauft 3 September DAX-Futures 5075 on Stop." Mögliche Ausführungen: 5075; 5076; 5074 oder andere.

4. GTC Order (good till cancelled = gültig bis Wiederruf) GTC dient als Orderzusatz. Eine so plazierte Order bleibt bestehen, bis sie durch den Kunden ausdrücklich gelöscht wird oder der betroffene Terminkontrakt ausläuft. Bei Märkten mit mehreren Handelsphasen (Haupt- und Nachthandel) gilt eine so plazierte Order nur für den Haupthandel! Beispiel: "Konto 123 kauft 3 September DAX-Futures zu 5075 GTC (bis auf Widerruf)." An manchen Börsen (zum Beispiel EUREX) können auch Orders gegeben werden, die bis einschließlich eines Tages gelte. Beispiel: "Konto 123 kauft 3 September DAX-Futures zu 5075 gültig bis 10. August."

5. MIT Order ("market if touch"-Order = unlimitierte Order bei Erreichen der Marke) Die "MIT Order" kann als eine Kombination der Eigenschaften einer Limit- und einer Market Order (s.o.) aufgefaßt werden: Eine Kauf-MIT Order wird unter dem aktuellen Kursniveau plaziert und bewirkt bei Erreichen der Kursmarke die Auflösung eines unlimitierten Kaufauftrages. Eine Verkauf-MIT Order wird über dem derzeitigen Kursniveau plaziert und bewirkt bei Erreichen der Marke die Auflösung eines unlimitierten Verkaufauftrages. Im Gegensatz zur Limit-Order wird mit einer MIT Order erreicht, daß es bei Erreichen der Kursmarke stets zu einer Ausführung kommt, auch wenn der erzielte Kurs schlechter als die Kursmarke ausfällt. Diese Orderart ist nur in einigen Märkten möglich (nicht an der EUREX). Beispiel: "Konto 123 verkauft 3 September S&P-Futures zu 1050 market if touch." Mögliche Ausführung: 1050; 1049.90; 1050.05 (Oder andere).

6. Stop-Limit Order Die "Stop-Limit Order" ist eine Stop-Order (s.o.), bei der eine Ausführung des Stops nicht schlechter als der Limit-Preis sein darf. Das heißt: Bei Erreichen der Stop-Marke wird die Order als Limit-Order aktiv. Somit ist sichergestellt, daß die Ausführung nicht schlechter als das Limit sein kann. Im günstigsten Fall kann es jedoch auch zu einer Nichtausführung kommen. Diese Orderart ist nur in einigen Märkten möglich (nicht an der EUREX). Beispiel: "Konto123 kauft 3 September S&P-Futures zu 1050 Stop 1051 Limit." Mögliche Ausführungen liegen maximal 1051 oder keine Ausführung.

7. MOC Order (market-on-close = unlimitierte Order zum Handelsschluß) Die "MOC Order" wird verwendet, wenn man sicherstellen möchte, daß eine Order in der Schlußphase des Handels ausgeführt wird -egal zu welchem Kurs. Als Ausführung erhält man den Preis, der innerhalb der letzten Handelsminute(n) zustande kommt. Dieser Kurs liegt normalerweise im Bereich des Schlußkurses. Diese Orderart ist nur in einigen Märkten möglich. Beispiel: "Konto 123 kaut 3 September S&P-Futures market-on-close."

8. OCO Order (one-cancels-other = eine Ausführung löscht die andere Order) Mit Hilfe dieses Orderzusatzes ist die Kombination von zwei Einzelorders möglich. Bei Ausführung einer Seite der Order wird automatisch die andere Seite gelöscht. Diese Order wird häufig in Kombination mit einer MOC-Order verwendet, um sicherzustellen, daß auch bei Nichtausführung einer Stop-oder Limit-Order Position zum Marktschluß eingegangen (bzw. aufgelöst) wird. Diese Orderart ist nur in einigen Märkten möglich. Beispiel: "Konto 123 kauft 3 September S&P-Futures 1050 OCO MOC." Ausführung entweder bei 1050 oder in der Schlußphase.

9. Spread Order (Kombination, die mehrere Kontrakte betrifft) Eine "Spread Order" kann verwendet werden, wenn eine aus mehreren Teilen bestehende Order gleichzeitig ausgeführt werden soll. Diese Orderform wird häufig für Optionskombinationen (zum Beispiel Box, Straddle, Strangle) verwendet, bei denen der Preis für die gesamte Position erreicht werden soll. Spread Orders können aber auch sinnvoll für Futures zum Beispiel zum "Rollen" einer Position bei Kontraktverfall eingesetzt werden. Beispiel: "Spread Order: Konto 123 kauft 10 September DAX 5000 Call und 10 September 5000 Put zu insgesamt 100 Punkten."

10. Not Held Orders (ohne Gewähr) Bei manchen Börsen wird ein Teil der oben geannten Orderarten funktionell nicht unterstützt. Trotzdem werden derartige Orders von Brokern teilweise akzeptiert (zum Beispiel MOC-Orders der EUREX). Diese Orders werden im Normalfall als "Not Held Orders" (ohne Gewähr des Brokers) angenommen.

Orderverfall Alle Orders - außer GTC Orders oder Orders, die ausdrücklich mit einem Gültigkeitszusatz plaziert wurden - verfallen zum Schluß der regulären Sitzung. Bei Märkten, in denen mehrere Handelsphasen existieren (zum Beispiel LIFFE: Pit-Handel und APT oder CME: Pit-Handel und Globex), gelten Orders ohne ausdrücklich anders lautende Anweisung nur für die Hauptsitzung. Beachten Sie außerdem, daß Orders, die nicht mehr "benötigt" werden, ausdrücklich gelöscht werden müssen! Beispiel: Wenn Sie im ersten Telefonat eine Position eröffnen und mit einem Stop absichern und im zweiten Telefonat diese Position zum Marktkurs liquidieren, befindet sich immer noch Ihr Stop im Markt! Ohne eine ausdrückliche Löschung bleibt die Order weiterhin aktiv!

Fast Market In besonders hektischen Marktphasen kann es zeitweise zu "Ausnahmezuständen" kommen. Diese Phasen werden als "Fast Market" deklariert. Während dierser Zeiten ist bei Stop- und Market-Orders oft mit schlechteren Ausführungen zu rechnen. Darüber hinaus kann es sogar vorkommen, daß einzelne Orders überhaupt nicht ausgeführt werden (können). In dieser Zeit hat man gegebenenfalls auch keinen Anspruch auf eine Orderausführung!

Aufzeichnungen Machen Sie sich zu jeder Ihrer getätigten Transaktionen Aufzeichnungen. Ihre Aufzeichnungen sind Ihr größtes Kapital! Mit Hilfe Ihrer Aufzeichnungen sind Sie immer in der Lage, den Verlauf Ihrer Handlungen zu überschauen und gegebenenfalls hieraus Entscheidungen zu treffen.


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